ANSELM KIEFER - KUNST BLEIBT KUNST
ANSELM KIEFER - KUNST BLEIBT KUNST

Kunst-und-Kuriosa

Ernst F.W. Kiefer

 

 

„…den Kampf mit dem eigenen Ich auszufechten…“ Künstlernachlass Ernst Friedrich Wilhelm Kiefer
Ernst Friedrich Wilhelm Kiefer wurde 1898 in Konstanz geboren. Er studierte in Freiburg und Heidelberg Sprach- und Literaturwissenschaften sowie Philosophie, um im Anschluss in Freiburg als Lehrer tätig zu sein. Als Philologe wurde er zum Professor ernannt. Seine Freizeit allerdings widmete er der Musik und der bildenden Kunst. Kiefer verbrachte seine Nachmittage im Atelier – so oft es ihm möglich war.
1944 wurde Freiburg durch Luftangriffe stark zerstört, die Schulen blieben geschlossen und so reichte Kiefer seine vorzeitige Pensionierung ein. Nach Kriegsende widmete er sich vollkommen der Malerei. 1956 kehrte er an den Bodensee zurück und ließ sich mit seiner Familie auf der Höri nieder. 1962 zog er nach Radolfzell, wo er fünf Jahre später starb.
Nach dem Krieg wurden trotz der großen Alltagssorgen zahlreiche Kunstaustellungen organisiert. Ernst F. W. Kiefer nahm an vielen Kollektivausstellungen teil – so zum Beispiel im Jahre 1947 an der „Badischen Sezssion“. Auch beschickte er jahrelang die „Singener Kunstausstellung“, die unter anderem auch Max Ackermann, Walter Herzog und Otto Dix zeigte.
Kiefer war aufgrund seiner beruflichen Stellung der Kriegsdienst und die wirtschaftliche Not erspart geblieben. So blieb auch seinem Werk eine gewisse Leichtigkeit erhalten. Die leuchtenden Farben und der kräftige Pinselduktus sind eine Zeugnis von einem unerschütterten Selbstbewusstsein. Die Suche, die bereits im Frühwerk begonnen hatte, blieb Bestandteil der Bildthemen. Die Suche nach sich selbst, nach dem Sinn im Leben, nach dem wahren Kern der Dinge. Fragen, die die Menschheit seit jeher beschäftigen. Kiefer scheint die Antwort vor allem in der Natur gesucht und vielleicht sogar gefunden zu haben. Seine Landschaften sind ein Spiegel der menschlichen Psyche. Dargestellte Figuren sind so weit abstrahiert, dass sie mit der Landschaft zu verschmelzen scheinen, dass sie ein Teil ihrer Umgebung werden.
Die Bildkompositionen sind immer harmonisch, ja fast lyrisch. Bildfelder reihen sich aneinander und ergeben eine weite, vielschichtige und idyllische Landschaft. Nur hier und da sind auch karge Bäume und vertikale Formen zu sehen, die spitz zulaufen; die einen daran erinnern wollen, dass im Leben nicht alles problemlos verläuft. Der Künstler selbst formulierte es folgendermaßen: „Der Mensch ist eine Landschaft. Zwischen der Landschaft draußen und der Landschaft drinnen besteht kein Unterschien, denn den unzähligen Landschaften draußen in der Natur stehen unzählige Landschaften im Menschen gegenüber.“
Kiefer bleibt trotz eines gewissen Grades an Abstraktion der figurativen Kunst verpflichtet und sein Werk ist in der Nachfolge der klassischen Moderne einzuordnen. Die in der Versteigerung vertretenen Werke stammen aus den 1940er bis 1960er Jahren. Die meisten der rund 140 Arbeiten wurden 1998 in der Villa Bosch ausgestellt. Vorwiegend sind die Werke galeriegerahmt und einige befinden sich sogar in doppelseitig verglasten Schaurahmen.

 

Anastasia Schmidt, Kunsthistorikerin M.A.

 

 

 

 

 

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